Glücklicherweise wurde bei diesem Unfall niemand verletzt. Nun hat man die Unglücksursache feststellen können. Wahrscheinlich sei es die linke Tür gewesen, die sich als erste aus der Befestigung gelöst hat. Laut Zeitungsberichten habe sich zwischen Schiebetür und Kabine ein ca. 20 Zentimeter langer Spalt gebildet, welcher mit der Zeit immer größer wurde. Der Druck im Helikopter habe sich so um knapp das dreifache erhöht, was zur Folge hatte, dass das Gewicht von rund einer Tonne auf die Türen des sechs Jahre alten Hubschraubers einwirkten. „In Verbindung mit dem Unterdruck draußen lösten sich innerhalb einer Sekunde beide Türen aus ihrer Verankerung“, so Leitender Polizeidirektor Gerd Schäfer, Kommandeur der BGS-Fliegergruppe in St. Augustin-Hangelar.
Der Hubschrauber war zum Unglückszeitpunkt auf einem Wartungsflug nach einer routinemäßigen Kontrolle. In Zeitungsberichten heißt es weiter, dass es zu keinem Zeitpunkt, weder während dem Start noch dem Flug, Warnhinweise seitens der dafür vorgesehenen Einrichtungen im Cockpit gegeben habe. In Folge des Unfalls wurde die Flotte der „EC 155“ aller fünf deutschen BGS-Fliegerstaffeln vorübergehend stillgelegt. Nachdem man diese Stilllegung binnen kürzester Zeit wieder aufgehoben hatte, wurden jedoch strikte Sicherheitsmaßnahmen seitens der Verantwortlichen des „BGS“ eingeführt. So erging an alle Piloten die Anweisung einen zusätzlichen Sicherheitscheck vor dem Abflug an den Türen durchzuführen, sowie die Maschine nicht auf Höchstgeschwindigkeit zu fliegen. Sprich, die Hubschrauber durften anstatt der höchstmöglichen 324 km/H maximal 250 km/H fliegen.
Aus Sicherheitsgründen wird auch der Hersteller „Eurocopter“ Konsequenzen aus dem Unfall ziehen. Man wird in Zukunft die Beschläge der Führungsschienen im Hubschrauber und an den Türen verstärken. Momentan sind fünf Eurocopter-Mitarbeiter in St. Augustin-Hangelar mit der Maschine beschäftigt. Laut Schäfer sollen jedoch nicht nur die dreizehn „EC 155“ des „BGS“ nachgerüstet werden, sondern alle 63 weltweit eingesetzten Helikopter des gleichen Typs. Diese werden unter anderem von der Polizei in Hongkong, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sowie von der Firma „Shell“ in Nigeria eingesetzt. Der Bundesgrenzschutz war der erste „Großkunde“ der die Maschinen vom Typ „EC 155“ serienmäßig seit März 1999 fliegt.
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Benjamin Greschner
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