Naturkatastrophen sind ein Schicksal für jeden einzelnen Menschen. Dies mussten vor allem die Bürger entlang der Elbe im vergangenen Jahr schmerzhaft erfahren. Die Jahrhundertflut hielt aber auch weite Teile Bayerns im Zaun und richtete einen materiellen Schaden in Millionenhöhe an. Eine Welle der Solidarität rollte quer durch die Republik und ein jeder war zu tiefst betroffen. Doch nun gilt es eine weitere Flut, oder anderweitige Katastrophen zu vermeiden oder aber ihre Ausmaße zu mindern.
In der Bundesrepublik Deutschland ist der Zivil- und Katastrophenschutz Angelegenheit der Länder, während für den Verteidigungs- und Spannungsfall nach dem Grundgesetz der Bund zuständig ist. Doch was kann man tun, bei Hochwasser, Erdbeben, Seuchen oder Satellitenabstürzen die mehr als ein Bundesland betreffen? Auch wenn man sich solche Szenarien nur ungern vorstellen mag, es ist wichtig dass man sich Gedanken macht.
Aus diesem Grunde hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) [ehemals Zentralstelle für Zivilschutz im Bundesverwaltungsamt] das „Deutsche Notfallvorsorge Informationssystem“ kurz „deNIS“ ins Leben gerufen. Dieses System bietet Rettungskräften, aber auch der Bevölkerung nützliche Informationen für den Fall einer Katastrophe. Auf der übersichtlich angelegten Internetpräsenz erfahren Interessierte alles rund um die Organisation und Logistik, die Ressourcen und viele andere Themen zu den bundesdeutschen Hilfs- und Rettungsorganisationen. Zu diesen zählen die Hilfsorganisationen, die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk, und viele weitere mehr. Und auch hier hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe wieder „seine Finger im Spiel“. Schließlich sorgt das „BBK“ dafür, dass seitens des Bundes den Ländern Einsatzfahrzeuge für den Katastrophenschutz zur Verfügung gestellt werden können. Sie ist für die Finanzierung und die Beschaffung zuständig.
Doch nicht nur Naturkatastrophen sind es, vor denen man die Bevölkerung eines Staates sichern und schützen muss. Seit dem 11. September 2001 ist das Risiko durch terroristische Anschläge auch in unserem Land rapide angestiegen. Ein besonderes Augenmerk im vorbeugenden Schutz gegen Anschläge gilt dabei der Möglichkeit einer Attacke mit „B (biologischen)“ bzw. „C (chemischen)“ Stoffen. Als Reaktion auf eine mögliche Bedrohung beschaffte die ZfZ im vergangenen Jahr weitere Fahrzeuge vom Typ „ABC-Erkundungskraftwagen (ABC-ErkKW)“ an. Diese Fahrzeuge sind modernst ausgestattet und können im Ernstfall atomare, biologische und chemische Kampfstoffe erkennen. Doch was ist zu tun, wenn es soweit kommt? Für diesen Fall halten die zuständigen Behörden detailliert ausgearbeitete Katastrophenschutzpläne bereit. Diese Pläne werden immer wieder in Übungen mit den beteiligten Hilfs- und Rettungsorganisationen erprobt, und Fehler werden ausgebessert.
Zivilschutz-Hubschrauber, die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verwaltungsmäßig betreut werden, stehen als Beobachtungs- und Führungshubschrauber für den Katastrophenfall zur Verfügung. Für die Einsatzbereitschaft und die Piloten ist der Bundesgrenzschutz zuständig. Die Hubschrauber werden in der Luftrettung der Länder zugleich als Rettungstransporthubschrauber (RTH) an 16 Stationen eingesetzt. Die RTH sind unter anderem in Kassel, Hannover, Köln und Ludwigshafen stationiert. Das deutsche Luftrettungssystem ist weltweit vorbildlich; es gibt nur wenige Staaten die ein ähnliches Netz an Helikoptern vorweisen können. In Deutschland werden zusätzlich zu den Zivilschutz-Hubschraubern Maschinen der Luftwaffe, des ADAC, der DRF, der IFA und anderer Betreiber in der Luftrettung eingesetzt. Insgesamt fliegen in der Bundesrepublik über 70 Rettungshubschrauber. Sie tragen fast alle den Rufnamen Christoph.
Katastrophen geschehen, egal ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft. Doch auch Unglücke auf hoher See betreffend ist man in Deutschland gut vorbereitet. Ein Schiff sinkt, dieses Szenario ist erschreckend und realistisch zugleich. Aus diesem Grunde gibt es in Cuxhaven das „Havariekommando“. Dieses hat im Jahr 2002 seine Arbeit zur Sicherheit der Schifffahrt aufgenommen. Sollte es zu einem Schiffsunglück kommen, wird im Cuxhavener Lagezentrum sofort Alarm ausgelöst. Dem dortigen Havariekommandanten stellt man Experten aus Bund und Ländern zu Seite, um die Lage angemessen zu bewältigen. Das Lagezentrum ist rund um dir Uhr besetzt, und somit immer in Einsatzbereitschaft. Mit Spezialschiffen kann z.B. Öl auf dem Wasser bekämpft werden.
In Zukunft wird das System weiter ausgebaut und vom Bundesministerium des Inneren sowie dem "BBK" in enger Abstimmung mit den Ländern weiter gefördert.
Artikel: Benjamin Greschner
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